| Etappe 10, Schwaan - Hansestadt Rostock ca. 26 km.
Vorbei an wogenden Feldern und mit Butterblumen übersäten Pferdekoppeln fahren Sie in Richtung Benitz [1] . Kurz darauf passieren Sie Huckstorf [2] , wo sich eine Ökohaussiedlung befindet. Weiter geht es über Pölchow [3] und Niendorf [2] nach Groß Stove [5] . In dem doch eher kleinen Dorf steht auch eines der vielen sehenswerten Gutshäuser von Mecklenburg-Vorpommern. Nun ist es nicht mehr weit bis Biestow [6] , das bereits zu Rostock gehört.
In seinen acht Jahrhunderten war Rostock (Z) stets die größte und mächtigste Kommune des Landes, nie aber seine Hauptstadt. Einst wichtiges Mitglied der Hanse, ist Rostock immer noch die Wirtschafts- und Handelsmetropole Mecklenburg-Vorpommerns. In der geschäftigen City begegnen wir der guten alten Zeit auf Schritt und Tritt. Hier stehen die herausgeputzten Giebel dichtgedrängt, einer schöner als der andere. Dazwischen das idyllische Kloster zum Heiligen Kreuz mit dem Kulturhistorischen Museum, einige alte Speicher, das Schifffahrtsmuseum und der Neue Markt mit dem barock verkleideten Rathaus. Über allen thronen die drei riesigen Backsteinkirchen und ringsherum die Stadtmauer mit den massigen Toren und den stillen Wallanlagen.
Es scheint das Erfolgsrezept der Rostocker zu sein: Altes zu bewahren und gleichzeitig Neues zu wagen. An dieser fortschrittlichen Haltung dürfte die 1419 gegründete Universität großen Anteil haben. Die älteste Alma Mater im gesamten Ostseeraum leistete sich 1867 ein Hauptgebäude im Stil der Neorenaissance, das den fürstlichen Palästen jener Zeit durchaus ebenbürtig war.
Nur wenige Minuten davon entfernt, quasi mitten in der City, liegt der Stadthafen mit seiner breiten Uferpromenade, mit Kneipen und Speichern. An seinen Kaimauern machen im Sommer viele kleine Yachten und manch große Windjammer fest, besonders natürlich zur Hanse Sail, bei der man den Hafen vor lauter Masten kaum noch sieht. Darüber hinaus sorgen das bunte Kulturleben, der große Zoo und der Botanische Garten für Unterhaltung und Abwechslung.
Dort, wo der Fluss Warnow mit der Weite des Meeres eins wird, liegt Rostocks »schöne Tochter« Warnemünde. Einst ein einsames Fischerdorf, machte der Ort mit dem ausnehmend schönen und breiten Sandstrand im letzten Jahrhundert Karriere als elegantes Seebad. Während sich die Badegäste in der Sonne aalen oder in einem der Caféhäuser vor ihr Zuflucht suchen, dümpeln im Alten Strom einträchtig Fischkutter und Superyachten vor sich hin. Dahinter passieren die Fähren von und nach Skandinavien die Mole, gelegentlich auch ein Luxusliner mit bis zu 2.000 Kreuzfahrern. Ihnen allen weist immer noch der hundertjährige Leuchtturm den Weg. An seinem Fuß beginnt die vornehme Promeniermeile mit zahlreichen Bauten der Bäderarchitektur.
Die Stadt hat außerdem noch viel vor: In Warnemünde entsteht ein moderner Yachthafen und im Stadtteil Schmarl ein neues Messegelände, wo im Jahre 2003 die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) stattfindet: Eine Weltausstellung direkt am Meer.
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